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Trauer um Nuri El Ruheibany

jr/mh Der Dirigent, Komponist und Musikpädagoge Nuri El Ruheibany ist in der Nacht zum 3. März 2023 im Alter von 83 Jahren verstorben.

Nuri El Ruheibany, in Lüchow-Dannenberg nur „Nuri“ genannt, gehörte fast 30 Jahre lang dem Kollegium der Musikschule Lüchow-Dannenberg als Lehrkraft für Klavier, Schlagzeug, Percussion, Musikalische Grundausbildung und Musiktheorie an. Darüber hinaus leitete er die Musikschule von April bis Dezember 1980 kommissarisch.

„Seine qualitätsvolle musikalische Arbeit, für die Nuri stets mit vollem Einsatz und seiner ganzen Persönlichkeit eintrat, begeisterte und förderte viele Kinder und Jugendliche“, sagt Marten Heuer, der Leiter der Musikschule. Nuri gründete und leitete viele verschiedene Ensembles, darunter das Orff-Orchester und das Percussionensemble „Tamburo Temperamento“, welches sich durch eine rege Konzerttätigkeit auszeichnete. „Auf diesem Wege wurde Nuri zu einem musikalischen Aushängeschild unseres Landkreises und erwarb sich große musikalische und musikpädagogische Verdienste.“ In Erinnerung bleibt Nuri insbesondere aber auch mit seinem umfangreichen kompositorischen Werk. Er schuf zahlreiche Werke für Klavier, Percussion, Kammermusik, Chor und Orchester. „Oft spiegelten sich seine orientalischen Wurzeln in seiner Musik wider“, sagt Landrätin Dagmar Schulz. In besonders lebhafter Erinnerung ist der Landrätin die Uraufführung der Arabischen Symphonischen Tänze und Lieder von Nuri El Ruheibany im VERDO in Hitzacker: „Damit hat Nuri sich einen lange gehegten Traum erfüllt – arabische Tänze und Lieder für großes Orchester zu realisieren.“ In der sinfonischen Musikliteratur waren arabische Tänze bis dahin nicht vertreten.

Der am 13. Januar 1939 in Damaskus geborene Musiker studierte Klavier und Komposition an der Hochschule für Musik in Leipzig. Es folgte ein Dirigentenstudium in Dresden mit anschließender mehrjähriger Tätigkeit als Dirigent, unter anderem in Halle, Berlin, Freiberg, Leipzig, Lüneburg und Magdeburg. Nicht zuletzt war bei dem Syrischen Nationalsymphonieorchester seit seiner Gründung in Damaskus ständiger Gastdirigent, auch mit eigenen Kompositionen. Seine intensive Auseinandersetzung mit den klanglichen Möglichkeiten des Orff-Instrumentariums führte zu zahlreichen eigenen Werken. Unter anderem arrangierte er in den 80er Jahren 60 arabische Kinderlieder für Orffinstrumentarium. Seine Kompositionen für Sinfonieorchester fanden auch internationale Beachtung. Als Anerkennung für seine Verdienste als Musiker, Komponist und Pädagoge wurde ihm 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. „Nuri El Ruheibany wird der musikalischen Landschaft Lüchow-Dannenbergs sehr fehlen“, sagt Schulz. „Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.“